Kaegis Klaenge – ‹Moses und Aron›

Shownotes

Begegnungen mit dem Ballett Basel Weitere Informationen zum Stück sowie zu Terminen und Tickets finden Sie hier.

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00:00:08:

00:00:12: Moses und Aaron, so heißt die Neuproduktion im Theater Basel mit der die Opern-Saison definitiv Fahrt aufnimmt.

00:00:20: Arnold Schönberg schrieb diese Oper in den neunzehntreißiger Jahren – damit begonnen hat er also zur Erholung in Lugano-Walte.

00:00:27: Zu Ende gebracht hat er sie allerdings nicht!

00:00:31: In der Emigration in den USA blieb der dritte Aktfragment.

00:00:36: Schöndag stammt aus einer jüdischen Familie, war aber als Fünfundzwanzigjähriger zum Protestantismus konvertiert.

00:00:42: Der zunehmende Antisemitismus der Zwischenkriegszeit politisierte ihn und führte ihn dazu sich intensiv mit seiner jüdischem Herkunft zu befassen.

00:00:57: In dem Brief an seinen Freund Alban Berg schrieb er

00:01:03: Aber ich kenne die

00:01:05: Schwierigkeiten,

00:01:06: es

00:01:06: wirklich zu

00:01:07: sein.".

00:01:08: Auf der Suche nach einem Opernstoff wird er im Alten Testament fündig.

00:01:12: Im zweiten Buch Mose.

00:01:13: Allerdings nimmt er daraus nur gewisse Episoden und die verändert auch noch stark.

00:01:19: Aber wir begegnen dem brennenden Dornbush, den Stab, der sich in eine Schlange verwandelt – und natürlich auch jenem Götzenbild auf das die Menschen offenbar doch nicht verzichten wollen und rund um das goldene Kalb eine Wüste Orgie feiern!

00:01:33: Trotz des unfertigen dritten Aktes ist Moses und Aron ein gigantisches Werk geworden.

00:01:39: Und es zu stemmen bringt ein Oberhaus beinahe an den Rand des Wahnsinns, ganz sicher aber an den Rands seiner Kräfte!

00:01:45: Deshalb hat sich Regisseur und Intendant Benedikt von Peter mit dem Theater Freiburg und dessen Intendanten und Regisseure Felix Rothenhäusler zusammengetan.

00:01:55: Zwei Häuser, zwei Regisseuren Zwei Spielorte, zwei Körer sowie Solisten von Jüben und Trüben.

00:02:02: Wenn das nicht bestens passt zu dem Bruderpaar aus dem alten

00:02:05: Testament.".

00:02:06: Und passend dazu haben wir uns auch für diesen Podcast verdoppelt!

00:02:10: Ich die neue Stimme bin Lea Stadelmann.

00:02:13: Ich die alte Stimme, bin Gabriela Caggy.

00:02:15: Willkommen zu Caggys Klängen und zu

00:02:18: Stadelmans Stimmen.

00:02:50: Ja, so klingt sie die dodechophonische Musik zu Moses und Aaron von Arnold Schönberg.

00:02:56: Wie soll man sagen?

00:02:57: Es geht darin schon ein bisschen drunter und drüber... ...und leicht verlerbt man den Überblick!

00:03:02: Aber

00:03:03: ich finde auch dass die Musik doch immer Kraftvoll ist lebendig und ja bisweilen richtig

00:03:09: saftig.

00:03:10: Auf jeden Fall haben wir gedacht Wir geben Ihnen hiermit ein griffiges Instrumentarium in die Hand In Form einer kurzen Einführung in die Musikwelt von Arnold auf das sie gut und sicher durch den Abend kommen.

00:03:23: Und deshalb präsentiert Ihnen hier und jetzt Lea Stadelmann eine kleine Schule der Zwölftontechnik.

00:03:29: Zuerst einmal, wer war eigentlich dieser Schönenberg?

00:03:32: Ein Komponist aus Österreich und einer der großen musikalischen Querdenker des zwanzigsten Jahrhunderts.

00:03:39: Bis dann baute man Melodien und Harmonien immer auf einer Tonart – einem Grundstohnauf.

00:03:44: also zum Beispiel auf dem Ton C in C-Dur oder auf dem Tone A in Amol.

00:03:51: Arnold Schönberg fand aber irgendwann, warum braucht es diesen Grundton diese Heimat in der Musik eigentlich immer?

00:03:58: Darum machte Schönberg etwas ziemlich Radikales!

00:04:01: Er gab allen zwölf Tönen der chromatischen Tonleiter – also auf dem Klavier allen schwarzen und weißen Tassen innerhalb einer Oktave das gleiche Gewicht.

00:04:11: Schluss mit der Vorherrschaft der Tonika, Gleichberechtigung.

00:04:16: Und bevor ein Ton wiederholt werden durfte, mussten erst alle anderen elf einmal vorgekommen sein.

00:04:22: Zudem kann jeder Ton mit allen anderen Tönen zusammenklingen.

00:04:26: Schönberg nannte dies die Emanzipation der Dissonanz.

00:04:30: Das hat mir der Musikwissenschaftler Thomas Arendt von der Uni Basel erklärt

00:04:37: wurde von Schönenberg und anderen Anfang des XX.

00:04:40: Jahrhunderts kurz vor und nach dem Ersten Weltkrieg auch schon komponiert, aber beim Komponieren merkten diese Musiker das natürlich die Gefahr der Willkürlichkeit jetzt gegeben

00:04:55: ist.".

00:04:56: Es ging also darum aus Willkür etwas Logisches zu machen.

00:05:00: Die Lösung ist schwierig zu beschreiben, ohne es grafisch darstellen zu können.

00:05:07: Aber es ist hilfreich wenn man drei verschiedene Ebenen versucht zu unterscheiden.

00:05:12: die erste Ebene ist die zwölftonreihe als abstrakte Intervallstruktur.

00:05:18: diese lässt sich aktualisieren

00:05:21: in

00:05:22: konkreten Reihenformen.

00:05:24: Die Reihe von Schönbergs Moses und Aaron hört sich zum Beispiel so an in einer Grundform.

00:05:47: Diese Reihen-Form ließe sich nun auch denken, von hinten nach vorne gespielt...

00:06:09: ...die Moses & Aaron-Reihe sozusagen im Rückwärtsgang.

00:06:13: Darum wird sie auch Krebs genannt.

00:06:15: Diese aktualisierten Reihen bilden die zweite Ebene in der Zwölftun Musik.

00:06:20: Die selbe Intervallstruktur bietet die Möglichkeit, in diesen jetzt gehörten Formen der Reihe die Richtung der Intervalle in vertikaler Richtung zu spiegeln.

00:06:35: Also was vorher zum Beispiel eine kleine Sekunde nach oben war wird jetzt eine kleine sekunde nach unten.

00:06:41: Dies nennt man die Umkehrung der Grundform der Reiwe und das klingt im Fall von Moseson Arons Reihe so... Und auch diese gespiegelte Umkehrungsform ließe sich wiederum, auch von hinten nach vorne.

00:07:12: Wieder in horizontaler Hinsicht spiegeln und das klingt dann so...

00:07:31: Eine Reihe vier Spielformen die sich auch nochmal fast unendlich oft variieren lassen!

00:07:37: Von jedem der zwölf Töne aus kann nämlich so eine Reihenstruktur auch wiedergespielt werden – von vorne nach hinten, gespiegelt und im Spiegelkrebs.

00:07:47: Mit einer Reihe hat man also achtundvierzig verschiedene Tonfolgen, also Reihenformen.

00:07:52: und damit zur dritten Ebene in der Zwölftonmusik die Realisation der Reinformen.

00:07:59: Mit diesem Material lässt sich locker eine ganze Oper bauen.

00:08:02: Vorausgesetzt, man hat auch sonst noch ein paar schöne Ideen!

00:08:06: Und im Übrigen ist alle Theorie grau – was Schönberg aber daraus gemacht hat, ist bunt und klingt gut.

00:08:14: Und nicht zuletzt sind ja Regeln auch nur da, damit man sie brechen kann.

00:08:18: Das hat Schönberg auch getan!

00:08:20: Schon gleich am Anfang.

00:08:21: in den ersten Takten hält er sich nichts klarwisch an das Lehrbuch sondern zeigt dass die Zwölftontechnik für ihn kein Regelbuch ist, sondern eher ein Werkzeugkassen – ein ziemlich gut gefüllter allerdings.

00:08:45: Der Dirigent hier in Basel Andre de Rider teilt mit mir die Begeisterung für die Farbigkeit dieser Partitur Dodecafonie hin

00:08:53: oder her.

00:08:54: Mich fasziniert und überrascht, dass es trotzdem eben so farbig, fantasievoll gesanglich auch teilweise einprägsam ist.

00:09:06: Einprägsam?

00:09:07: Das heißt – Die Musik hat sogar!

00:09:11: Ja, es gibt dann zum Beispiel immer wieder so ein Viertunmotiv.

00:09:14: Das funktioniert eigentlich wie ein Leitmotiv bei Wagner.

00:09:20: Kleinen Halbton und dann das kleine Terz dazwischen und dann den Ganzton Und das singen immer wieder.

00:09:25: verschiedene Sänger haben dieses Vier-Tunmotif und wiederholen Es ist also in dem Fall nämlich nicht... Es muss nicht immer zwölf Töne sein, die hintereinander weggesungen werden.

00:09:33: Das ist sowieso nicht die Regel sondern während diese vier Tönen immer wieder wiederholt werden.

00:09:38: Also man denkt doch, wieso wiederholt er die sofort immer wieder?

00:09:40: Es sollen noch erst alle anderen Töne erklingen.

00:09:42: Aber die Erklinge halt darunter!

00:09:54: Der Dirigent André Dorida ist seit vier Jahren Generalmusikdirektor am Theater Freiburg und gleichzeitig ein Experte für zeitgenössische Musik.

00:10:03: Er hat zahlreiche Ohraufführungen von Musiktheatern dirigiert, Festivals mit neuer Musik verantwortet und vor fünf Jahren hier in Basel Philipp Glass-Opa Einstein on the Beach geleitet.

00:10:15: Moses und Aaron sagt er ist ein Werk, das man vermutlich einmal im Leben dirigiert.

00:10:21: Wenn man Glück hat!

00:10:22: Auf jeden Fall ist es für mich die Gelegenheit mit ihm etwas tiefer in Schönbergspartitur einzutauchen.

00:10:30: Und zwar springen wir jetzt mitten hinein in den zweiten Akt wo die zentrale Szene steht der Tanz ums goldene Kalb.

00:10:38: Da fährt ja Schönberg das ganz große Besteck auf.

00:10:41: Orchester solisten der vielfältige Chor, aufgeteilt in Jungfrauen, Jünglinge alte Krankebettler im Ältesten und Stammesfürsten.

00:10:50: Sie alle steigern sich immer weiter hinein die Extase bis dann auf dem Höhepunkt Blutopfer erbracht, die Jünglinge erschlagen um die Jungfragen abgestochen werden.

00:11:02: Und da gibt es auch einen Tanz der schlechter.

00:11:06: Tatsächlich beginnt er diesen Tanz der Schlechter mit einem sehr schlechterhaften Gestus.

00:11:11: Also jetzt mal von den Tönen abgesehen, aber es gibt da so das ganze... Das tiefe Streichorchester die Braschen und die Jelly spielen einfach etwas sehr... sag ich mal was sehr einfaches nämlich auf jeder halbe Note den einfachsten Rhythmus die man sich vorstellen kann.

00:11:29: immer so gebrochene Akkorde Auf eins und auf drei.

00:11:32: Und dass ist wirklich also musikalisch was man sich vorstellen kann, aber mit so einem

00:11:38: Arpeggio.

00:11:41: Also es ist schon fast Filmmusik eigentlich.

00:11:44: Man kann sich das als deskriptiv vorstellen, dass diese Gesten etwas draufschlagen sozusagen.

00:12:25: Im Anschluss an die Schlechter tritt eine Kranke auf.

00:12:28: einen größeren Kontrast könnte es gar nicht geben von wegen bildhafter oder tonmalerischer Musik.

00:12:35: Also die Kranke und die Bettlerinnen und Bettler.

00:12:38: Und dann auch diese vier sogenannten nackten Jungfrauen, die zum Opfer fallen.

00:12:43: Das ist so choral Musik teilweise und auch lamento würde ich sagen.

00:12:47: Und das ist auch wirklich kontrapunktisch so gearbeitet.

00:12:49: Zum Beispiel die kranke.

00:12:50: Das eine Dreistimmigkeit.

00:12:52: Die eine Stimme der Kranche und zwei Bläsern.

00:12:54: Es wird plötzlich sehr kammermusikalisch Englischhorn und Tuba auch sehr ungewöhnlich.

00:12:58: Die einen vollkommenen Kontrapunkt wie in einem Bachstück untereinander

00:13:33: Und Tonmalerei zum dritten.

00:13:35: Akribisch genau hat es Schönberg festgehalten, was passieren soll nämlich!

00:13:40: Die Jungfrauen reichen den Priestern die Messer.

00:13:43: Die Priester fassen die Jungfrauen an der Gurgel und stoßen ihnen das Messer ins Herz.

00:13:49: Die Mädchen fangen das Blut in den Gefäsen auf... ...die Priester gießen es auf den Altar.

00:13:54: So steht es in der Partitur.

00:13:57: Was hört man da?

00:13:59: Ja, also es ist sozusagen... Es ist sowohl im Orchester drin als auch eigentlich in der Partitur.

00:14:06: Als ein Riesen-, als ein Seufzer von den Vieren.

00:14:09: Allerdings bei uns sind sie so in dem Moment schon tot.

00:14:12: Deswegen hört man an dieser Stelle nur noch den, ich sag mal dafür stehenden Riesenseufzer in den Violin und das ist so ein Portamento, also einen Glissando von hohen Ton runter auf Enttiefen.

00:14:24: Die man so aus, habe ich auch zum Orchester gesagt, die man so als Mahler-Symphonien manchmal kennen.

00:14:28: So ein Riesen-Seufzer und dadurch dass es da schon ein Orchester ist, das kann vielleicht ein bisschen könnte kitschig wirken wenn die Frauen dort an der Stelle dann gleichzeitig auch noch diesen sozusagen diesen Seufzer dazugeben.

00:14:41: Deswegen haben uns dazu entschieden, dass es eigentlich reicht.

00:14:54: Nicht alles, was man hört ist so krass dramatisch.

00:14:57: Es gibt durchaus auch feine Momente.

00:14:59: Bei der Wüste zum Beispiel schreibt Schönenberg Grazioso.

00:15:03: Gerne wählt er feine und aparte Klangkombinationen Harfe, Chelester- und Klavier zusammen – auch zwei Mandolinen gehören ins Orchester!

00:15:23: Und immer wieder verwendet er Tänze oft im Marschrhythmus oder aber im Walzertakt.

00:15:30: Da spricht Schönberg der Walzer König, hat André de Ritter einmal in einer Probe gesagt.

00:15:35: Man muss eben auch sehen dass Schönberg neben der ganzen Pionierhaftigkeit seiner Tätigkeit auch ein großer Traditionalist war und sich mit den Gesten- und Formen angeht die er benutzt hat sehr viel auf alte Musik bezogen hat Von Baroque, der Kontrapunkt von Bach Die Tänze aus dem Baroque oder solche Geschichten.

00:15:58: Für ihn stand zum Beispiel jetzt die Musik auch teilweise, sage ich mal der Dekadenz des eines dekadenten Zeitalters in Verbindung mit der Tanzmusik seiner Zeit.

00:16:06: Spricht es Walzers?

00:16:07: Insofern hat er sozusagen auch seine Herkunft nicht verleuchtet und kann auch der Ländler das Trio aus der österreichischen Musik und was die Märsche angeht kommt auch wieder Mahler.

00:16:18: Mahler war auch ein Komponist der Volksmusiken oder verschiedene Formen von volksstümlicher Musik und in seine Musik integriert hat.

00:16:56: Wenn nicht nur neue, aparte Instrumentenkombinationen findet Schönberg fürs Orchester sondern auch neue und ungewöhnliche Klangfarben.

00:17:13: So tönt es regelrecht nach einem Gewitter wenn die Kontra Besse mit dem Holz ihres Bogens auf die Seiten klopfen oder plötzlich wird die Musik körperlos gläsern schwebend?

00:17:31: Wenn Geigen und Bratschen Flageolets in Serie produzieren.

00:18:05: Andre Durida nennt das Urbane Klänge.

00:18:09: Außermusikalische Klänge, Großstadtklänge die Schönberg instrumental umsetzen.

00:18:15: In Basel sitzt das Orchester nicht im Graben sondern auf der Bühne und zwar auf einem Regal.

00:18:22: Also ich würde es etwas poetischer als Haus bezeichnen aber es ist drei Stöckig wenn man sagt Untergeschoss erstes Geschoss zweites Geschoss Also auf drei Ebenen, das ist auch für das Orchester hier neu und ich würde sagen es ist eine Ausnahmesituation.

00:18:34: Wer

00:18:35: sitzt im Keller?

00:18:36: Im Keller sitzen die schwersten Instrumente natürlich – die Kontrabässe, das Schlagzeug, Klaviercheläste und Hafe.

00:18:43: Ich bin auf dem ersten Stock mit allen Streichern und über mir sind alle Bläser.

00:18:50: Wir hatten aller ein bisschen Angst vor dieser Situation wie das funktionieren würde.

00:18:53: Es hat sich aber beim Ersten ausprobiert, wir haben da schon mal vorausprobiert.

00:18:57: vor einem Monat hat sich aber dann für mich fast als Glücksfall ergeben, warum?

00:19:03: Weil es sich plötzlich so eine analytische Auffächierung des Orchester ergibt.

00:19:07: Auch Frontal für die Zuschauer und für die Zuhörer glaube ich.

00:19:10: Und ich habe tatsächlich zum Beispiel... weil das sind so durchlässige Gitter auf dem wir sitzen.

00:19:15: Das heißt man hört sich untereinander ganz gut und man hört sie sogar so wie nie!

00:19:20: Weil die Bläser sind so nahe weil sie unso ein Meter über uns sitzen, sind uns so nah und auch mir so nah wie niemals im Konzert.

00:19:27: Da sind die Bläser ja meistens hinter den Streichern damit so fünf bis zehn Meter entfernt von mir.

00:19:33: Und jetzt habe ich die Streicher um mich herum und direkt über mir wie im Kopfhörer.

00:19:37: Das ist ein Effekt!

00:19:38: Wie im Kopfhöre höre ich die ersten Holzbläse und auch das

00:19:41: Blech.".

00:20:42: So viel von der Musik.

00:20:43: Jetzt zur Produktion, an der ja außergewöhnlich ist das sich zwei mehrsparten Betriebe dafür zusammengetan haben.

00:20:50: Das Theater Basel und das Theater Freiburg Und mit den beiden Häusern auch ihre Intendanten die zugleich die Regisseure dieser Produktion sind Benedikt von Peter und Felix Rothenhäusler.

00:21:02: Die Idee ist ein Novum!

00:21:04: Und wer hatte sie?

00:21:06: Felix Rothenhäusler erinnert sich genau

00:21:09: Ich kann es genau sagen.

00:21:10: Also ich wurde sozusagen gerade berufen als Intendant nach Freiburg und dann klingelte das Telefon, da war Benedikt dran.

00:21:17: Man sagte Benedikt so hey wir müssen unbedingt was zusammen machen und ich will da sofort reinbeißen.

00:21:22: Und der Vorschlag war nicht da so Moses und Aron von Schönberg.

00:21:25: Da wusste ich noch nicht worauf ich mich einlasse.

00:21:27: Dann habe ich auf dem Telefon gesagt ja dass machen wir zwei Opern-Köre mega!

00:21:31: Und dann war der Stein

00:21:32: gelegt.".

00:21:33: Und Benedikt von Peter ergänzt?

00:21:34: Ja das

00:21:35: kam irgendwie spontan die Idee.

00:21:36: also wir kennen uns aus Bremen Und haben da auch zusammengearbeitet, Felix im Schauspiel in der Oper.

00:21:41: Und Felix hat aber auch da Musiktheater gemacht und Oper... ...und dann habe ich gedacht irgendwas muss man als Einstand geschenkt machen.. ..und dann war immer Moses noch auf der Liste für Basel ist noch nie hier gelaufen.

00:21:55: Das Stück gab es noch nicht in Basel.

00:21:57: Weil's eben der war der Opernchor zu klein ist.

00:22:00: also das kann man nur mit achtzig Leuten machen weil das zwölfstimmig komponiert ist für den Chor zum Teil.

00:22:05: Und dann kam das... hat man so das praktische mit dem Geschenk verbunden.

00:22:11: Genau, hab ich gefragt ob wir das nicht zusammen machen wollen zum Inszenieren und die Häuser zusammenführen?

00:22:15: Ich habe auch davor immer mal wieder gehört es wird auch toll wenn man mit den umliegenden Opernhäusern arbeitet und so.

00:22:20: Wir haben jetzt ein bisschen raus bekommen wie sowas läuft.

00:22:24: Auch eine gemeinsame Regie-Arbeit der beiden Intendanten sollte aus diesem Joint Venture hervorgehen, weil sagt Felix Rothenhäusler.

00:22:32: Als

00:22:32: Regieperson sonst immer so ein Maximal auch irgendwie Einzelkämpfer ist oder viel auf dieser Position alleine macht und es ist total super wenn das so irgendein Sparringpartner gibt und man sich gegenseitig energetisch hochzieht.

00:22:46: Bei Benedikt von Peter ist es noch grundsätzlicher.

00:22:49: Also ich bin eh so ein bisschen auf der Suche eben dieser einsame Position des allein inszenierens aufzulösen, also ich habe das ein bisschen nach dem Ringen auch meinen Vorhaben für die nächsten fünf Jahre einfach mit Leuten zu arbeiten zusammenzuarbeiten und auch Perspektiven zusammenschmeißen.

00:23:06: Während des Ringes haben wir angefangen zu arbeiten online Und dann immer zu viert mit den beiden Dramatogen von beiden Häusern und haben immer so unsere zwei Stunden, drei Stunden, fünf Stunden eine Stunde.

00:23:15: Also immer so rausgeschnitten und haben dieses ganze Stück online durchgelesen.

00:23:20: Felix in der Vorbereitung und ich noch so mitten in den Zyklen vom Ring.

00:23:23: Dann geht es ja auch darum wie versteht man den Stoff?

00:23:25: Wie will man etwas erzählen?

00:23:27: Wie tief geht man?

00:23:29: Versucht man zu einem Kern vorzudringen?

00:23:31: Ich glaube das sind unser Techniken.

00:23:33: Wir alleine arbeiten gar nicht so unterschiedlich.

00:23:35: Und wie erzählt man nun diese Geschichte heute?

00:23:37: Ist sie doch eigentlich voll mit befremdlichen Bildern.

00:23:41: Ein Volk, das um ein goldenes Kalb tanzt, brießt er die Jungfrauen-Opfern Aron der nur singt und nicht spricht, Moses der nur spricht und nicht sinkt...

00:23:51: Das war glaube ich ein ganz wesentliches Element.

00:23:53: also schon relativ schnell war klar dass wir den Unterschied nochmal richtig maximieren wollen und zwar dieses sprechen oder rhythmische Sprechen einerseits von Moses wie es bei Schwimmberger angelegt ist Und dann eben den gesungenen Aron und den Kontrast noch stärker zu machen.

00:24:06: Das wollten wir darüber, dass wir einen Schauspieler mit reinholen.

00:24:09: Dann haben wir rumüberlegt wer könnte das sein?

00:24:11: Wie könnte man damit reinnehmen?

00:24:12: Ich kannte Walter Hess noch von den Kamerspielen wo ich mal gearbeitet habe und dann war das erstmal so eine kurze Idee.

00:24:18: So Walter Hess und da haben wir ihn gefragt der hatte ... irgendwie nach ein paar Gesprächen gesagt, so okay er nimmt sich gleich eine ganze Spielzeit quasi frei um sich darauf vorzubereiten.

00:24:28: Weil der Vorlauf für ihn dann wahnsinnig lang war.

00:24:30: also wir haben irgendwie von einem guten Jahr angefangen da quasi in die Einstudierung reinzugehen und das ist super weil es eben um das Sprechen geht.

00:24:36: also irgendwie auch die Sprache an Ende zu bringen und dass in dem maximalen Kontrast zu führen hat dann irgendwie konzeptionell eigentlich zur Folge gehabt was wir gesagt haben.

00:24:47: ok dann packen wir den Aron in eine noch größere Dimension eigentlich, indem wir den Inform eines Lautsprecher auf die Bühne bringen.

00:24:55: Also genauer diesen Aspekt auf der einen Seite quasi diese Frage nach der Bildlosigkeit bei Moses, der dem Wort misstraut, er dem Zeichen misstrauert und dem Symbol misstraute und auf der anderen Seite sozusagen die verführerische Kraft auch von so einem Lautsbrecher, von jemandem, der ein versucht etwas reinzuziehen, versucht von was zu überzeugen und damit eben im wahrsten Sinne quasi ein Mund- oder Sprachrohr ist.

00:25:17: Schönberg hat ja das Libretto selbst verfasst und da lässt er Aaron singen, ich liebe dieses Volk.

00:25:23: Während er Moses darauf antworten lässt Ich liebe meinen Gedanken.

00:25:28: Wie soll man das verstehen?

00:25:30: Benedikt von Peter

00:25:31: Da denkt mein erst mal der Moses ist ein Narzissst Aber es ist glaube gar nicht so gemeint.

00:25:35: Das ist tatsächlich auch die Frage Soll ein Prophet oder eine Führungsfigur?

00:25:41: Geht es darum, dass die das Volk jetzt liebt oder geht's darum, daß man einen Gedanken hat der die Gesellschaft zusammenhält und er richtig ist?

00:25:48: Und das eine ganz radikale Frage aufhören diesen zwei Figuren.

00:25:50: Der Aaron schmeißt sich auch ganz schön oft an das Volkt ran und geht dabei aber unter!

00:25:55: Und bei Moses, der ist halt mit diesem Gedanken... ...der in einem ist so die innere Wahrheit.

00:26:02: kann man das übersetzen.

00:26:03: oder der Dialog In mir zu Gott, der muss stimmen Dann tue ich auch die richtigen Dinge So würde ich das übersetzen.

00:26:10: Und das ist eine sehr radikale, sehr mutige Gedanke.

00:26:13: Du kannst natürlich nicht davon ausgehen dass jeder dieses Prinzip Eigenverantwortung und der Dialog in mir zu Gott, dass das zu einer automatisch zu einer Gesellschaft für die funktioniert weil es braucht Begriffe, es braucht Überschriften Es braucht klammernde Dinge Weil manchmal tun die Leute eben nicht das was ihnen Gottes Stimme innen sagt.

00:26:33: Und dann braucht's auch Gesetze.

00:26:34: Aber der Moses sagt Das braucht alles nicht.

00:26:36: wenn wir alle diesem Gedanken, dieser inneren Wahrheit folgen würden würde das auch so funktionieren.

00:26:42: Hat das nicht auch etwas Anarchisches?

00:26:45: Ja was dehyrarchisierendes.

00:26:46: ich glaube es ist ganz eng mit der Theorie von Schönberg auf verbunden mit seinem Tonsystem von zwölf gleichen Tönen also ein Tonssystem auch zu dehydarchisieren.

00:26:55: und dass Unglaublichste am Stück ist dieser Schluss.

00:26:59: und das ist auch die wirkliche neue Setzung von Schönwerk wo er eben sagt wir sind jetzt hier in der Wüste Und wir gehen nicht in das gelobte Land und bauen uns irgendeine Utopie auf oder eine neue Überschrift, oder etwas was sozusagen besser ist als alles andere.

00:27:15: Sondern wir bleiben hier in der Wüste!

00:27:18: In dem Karrenraum wo es keine äußerlichen Versprechen gibt und keinen neuen Porsche Carrera und keine tollen Nationalstaat oder was auch immer sondern alle bleiben in dieser Karkheit Mit sich und im Dialog mit sich und Gott, jeder für sich.

00:27:37: Und das ist eine geheure Idee wie Gesellschaft funktionieren könnte hoch theoretisch weil wir können halt nicht unser Haus ohne unsere Zigarette oder ohne sozusagen ja unsere Sprache oder ohne unsere Nationen.

00:27:49: also das sind ja Dinge die auch der Mensch sucht um gehalten zu werden.

00:27:54: aber Moses sagt er Halt es in uns!

00:27:56: Uns gibt kein Gott der Namen hat oder ein Gesicht den wir anderen verordnen können.

00:28:03: Sondern es gibt den Gott in uns und wenn wir dem folgen, gibt's vielleicht eine gerechtere

00:28:07: Gesellschaft.".

00:28:39: Der Schauspieler Walter Hess und der Tenor Rolf Romay stehen im Theater Basel als Moses & Aaron auf der Bühne, sprechend der Eine singend der Andere.

00:28:48: Zwei Figuren zwei Stimmen zwei ganz unterschiedliche Zugänge zu Schönbergs Musiktheater.

00:28:54: aber heute sitzen sie gemeinsam an einem Tisch und erzählen, was ihnen von Moses und Aaron aus dem Religionsunterricht in Erinnerung geblieben ist.

00:29:04: Walter

00:29:04: Hess.

00:29:05: Vor allem kann ich mich erinnern an das Moses im Köpfchen gefunden wurde.

00:29:10: Das hat mir immer so Eindruck gemacht.

00:29:13: Und dann natürlich wenn da vom Sinai runtersteigt und

00:29:18: die

00:29:18: Gesetzesdagen zertrümmern.

00:29:20: Das waren natürlich diese beiden Momente, die mir noch aus der Kindheit in Erinnern sind.

00:29:27: Also ich weiß noch, dass wir diese Plagen, die zehn Plagen auch gemalt haben irgendwie.

00:29:36: Aron war mir nicht so präsent.

00:29:39: also schon das er zu Moses gehört.

00:29:41: jetzt beschäftige mich ein bisschen mehr mit Aron als damals.

00:29:45: Zwei Brüder voller Gegensätze der eine der Kopf und der andere das Herz Der eine der Geist, der Andere das Wort Idee versus Abbildung Abstraktion vs Sinnlichkeit Alles Unterschiede, die Moses und Aron eher zu trennen als zu verbinden scheinen.

00:30:02: Wie stehen denn die beiden eigentlich zueinander?

00:30:04: Sind sie vor allem durch ihre familiäre Bande verbunden oder sind Sie letztlich rivalen?

00:30:09: Es ist ein Rival.

00:30:11: Es fängt gleich zu Beginn an – die erste Begegnung sind beide schon nicht gleicher Meinung.

00:30:17: Moses korrigiert dauernd den Aron in seiner Vorstellung Kaum begegnen Sie sich ist Streit.

00:30:28: Er bringt mich ziemlich an den Rand der Verzweiflung, weil er wahnsinnig stur ist und eben eigentlich nichts gelten lässt.

00:30:40: sich kein Bild machen vor diesem Gott und er spricht so abstrakt, dass ich verzweifle an meiner Aufgabe das irgendwie vermitteln zu können.

00:30:51: Und deswegen schere ich aus und mache das sehr viel anschaulicher was ja das vielleicht auch dann zu einfach macht.

00:31:01: Ich verstehe, dass er dann auch wieder nicht glücklich ist aber so gibt es halt Streit.

00:31:05: genau Die Partie des Moses hat Schönenberg in der Partitur auf den fünf Notenlinien festgehalten.

00:31:11: Die Tonhöhe sind eher approximativ, während der Rhythmus aber bis ins kleinste Detail festgeschrieben ist – Walter

00:31:19: Hess?

00:31:19: Ja das ist natürlich für mich

00:31:21: total

00:31:21: neu!

00:31:24: Ich dachte zuerst ja, dass es eine Sprechrolle gibt... sprechen sie halt zusammen und singen.

00:31:30: Und dann mit der Zeit, mit dem Lauf der Prom-Zeit habe ich erfahren dass

00:31:34: alles

00:31:35: ganz

00:31:35: genau festgelegt ist.

00:31:38: Das ist natürlich nicht einfach!

00:31:42: Wenn ich so reinhöre in Aufnahmen wird das dann oft so zelebriert.

00:31:50: Wir haben eigentlich die Tendenz es strenger zu sprechen also nicht so sehr auf Sprechgesang, sondern auf klare Sprache.

00:32:00: Also wie ich meine so reiner Geist.

00:32:04: Meine Zunge

00:32:05: ist ungelenk!

00:32:08: Ich

00:32:08: kann denken aber nicht

00:32:13: reden.

00:32:14: Strenge heißt in dem Fall auch Akribisch präzise.

00:32:18: Manchmal Mitbetonung, manchmal ohne, manchmal auftaktig, manchmal nicht.

00:32:22: Manchmal die Sprache in Triolen gedehnt oder in Sechzehnten zusammengequetscht und nicht zu vergessen oben drüber und unten drunter ein mitunter brausendes Klangmeer wo man das eigene Wort kaum mehr hört.

00:32:37: Die größte Herausforderung ever Walter Hess

00:32:40: Kann man schon sagen.

00:32:42: es ist auf jeden Fall ich habe große Rollen gespielt Aber es ist ganz klar die größte Herausforderung, die ich je hatte und das in meinem Alter.

00:32:53: Mein alter sagt Walter Hess und meint damit seine siebenunddachzig Jahre Und die Tenorpartie des Aron Rolf Romay.

00:33:02: Ich singe, ich meine zwar zwölft Tonmusik also sehr atonaler Musik aber trotzdem hat sie so

00:33:09: oft

00:33:09: einen sehr sängerischen fast zu italienischen Gestus.

00:33:16: Ich habe mich irgendwann sogar dabei ertappt manchmal, dass ich das von mir her singe oder pfeife und ich habe gedacht jetzt werde ich ja.

00:33:24: genau das wäre der Wunsch vom Schönenberg.

00:33:26: aber ich hab schon gedacht jetzt bin ich langsam weil so richtig schön wenn man das einfach so pur

00:33:33: macht

00:33:34: oder hört ist es nicht oder nicht super eingängig.

00:34:44: Und zum Schluss noch dies Wenn Aaron das singende Spracher von Moses Wie muss man ihn sich eigentlich bildlich vorstellen?

00:34:53: Man kriegt nicht mich zu sehen, sondern eben das

00:34:56: Sprachrohr.

00:34:57: Ich bin ein Megafon aus dem nur meine Stimme kommt.

00:35:01: Dieses Megafond ist ja sehr groß – etwa zwei Meter lang und anderthalb Meter Durchmesser.

00:35:09: Und es steht auf einem Wagen der quasi so wie ein Roboter rumfährt.

00:35:15: Es ist dann trotzdem eine Figur, eine Theaterfigur dieser Lautsprecher und der reagiert auch sehr menschlich.

00:35:21: Also groß tun ganz klein zurückweichen irgendwie Zittern wenn er in Verlegenheit ist.

00:35:30: ich mache das einerseits stimmlich und darf das aber andererseits auch so einem Joystick dieses Ding selber steuern, was eine ziemlich Herausforderung ist.

00:35:39: Ehrlich gesagt abgesehen davon dass es ja keine ganz leichte Musik ist weil das natürlich wenn ich etwas ausdrücke mit meinem eigenen Körper auf der Bühne ist das immer sehr unmittelbar und hier ist es halt.

00:35:52: also ich spielte zwar dann hinter meinem Joystick auch während ich singe aber das sieht ja das Publikum nicht.

00:36:00: Also es ist eine ganz neue Herausforderung.

00:36:03: Ich habe schon oft etwas gemacht, was ich noch nie gemacht habe aber das hab' ich definitiv noch gar nicht

00:36:08: gemacht.".

00:36:50: Da fährt er dahin.

00:36:51: der Megafon-Aron von Rolf Romay auch unterwegs allerdings mit dem Bus ist zur Zeit der Chor des Theater Freiburg.

00:37:00: Das war ja die Initialzündung.

00:37:02: Wenn wir die Chorgröße verdoppeln können wir dieses Werk gemeinsam stemmen.

00:37:07: So wurde aus den Theatern Freiborg und Basel Ein Chor.

00:37:11: Zwei Sängerinnen, Lisa Westermann von Basel und Carrie Speeden aus Freiburg erzählen wie es sich anfühlt wenn es plötzlich doppelt so laut wird und doppelt zu viele Leute auf der Bühne sind.

00:37:32: Wir genießen das

00:37:33: alles sehr!

00:37:34: Endlich sind wir so viele.

00:37:35: Wir uns das wünschen, weil jeder von

00:37:38: uns wünscht sich eigentlich

00:37:40: diesen

00:37:40: großen Chorklang

00:37:42: und dieses Getragenzeichen

00:37:43: von

00:37:44: vielen

00:37:44: Stimmen.

00:37:45: Und ich glaube, ich spreche nicht nur für mich sondern auch für

00:37:48: den ganzen Chor, dass wir es richtig toll

00:37:50: finden.".

00:37:51: Wie verschmelzen zwei Köhre in so kurzer Zeit zu einem homogenen Klang?

00:37:56: Das ist die falsche Frage.

00:37:57: Denn in dieser Oper, wo der Chor grundsätzlich einen großen Part hat, teilt ihn Schönenberg auf und gibt ihm immer wieder andere Rollen.

00:38:05: Mal ist eine kleine Gruppe – die Stimme aus dem Dornbusch!

00:38:08: Mal eine andere Gruppe zwölf stammes Fürsten Es gibt siebzig Älteste ein paar Bettler und Kreise es gibt auch vier nackte Jungfrauen Und dann gibt es natürlich das Volk der Israeliten.

00:38:20: Der Chor ist also nie einfach nur Chor, kommt dazu dass er nicht nur auf der Bühne steht sondern im ganzen Raum verteilt ist und doch vielleicht ab und zu einen Einsatz des Dirigenten braucht.

00:38:48: Nun plante Herr Schönberg ursprünglich ein Oratorium aus dem Stoff zu machen.

00:38:52: Eine Oper ist es schließlich geworden, aber die große Chor-Partie ist geblieben.

00:38:58: Wie Schönberg dabei den Chor einsetzt, erklärt Caris Pieden

00:39:04: Das bedeutet, ist es für

00:39:07: die Voidung

00:39:08: komponiert?

00:39:09: Ist das gut, wenn ich singe?

00:39:12: Und ich denke, Schoenberg ist ein wunderbar ideomatischer Komposer.

00:39:19: Ja!

00:39:20: Es ist

00:39:23: sehr schwierig,

00:39:34: dass wir große Intervalls machen.

00:39:44: Was mir auffällt,

00:39:46: ist dass es wirklich auf dem Text geschrieben

00:39:48: ist.

00:39:49: Am Anfang versucht nur die Musik zu verstehen und es

00:39:52: ist...

00:39:53: scheint erst

00:39:54: mal unglaublich

00:39:55: schwierig, aber je mehr man reingeht

00:39:57: stellt man

00:39:57: wirklich fest.

00:39:58: Es ist

00:39:59: total auf die

00:39:59: Sprache geschrieben.

00:40:01: also jeder Satz

00:40:03: macht

00:40:04: Sinn von der

00:40:05: melodischen

00:40:06: Sinn.

00:40:07: Aber das ist natürlich trotz alledem eine große Herausforderung was es alles

00:40:10: nicht tonalist

00:40:11: für uns schwierig auswendig

00:40:14: zu lernen

00:40:15: sehr

00:40:15: schwierig auswändig zu lernen

00:40:17: und dann halt jeder

00:40:19: muss es sich so

00:40:20: internalisiert

00:40:21: haben dass er selbstständig

00:40:24: agieren

00:40:49: kann.

00:41:08: Sowohl in Freiburg als auch in Basel ist man schon länger mit der Partitur beschäftigt, Lisa Westermann rechnet...

00:41:15: Wir haben

00:41:15: angefangen letztes

00:41:16: Jahr im Herbst.

00:41:17: insgesamt haben wir neunzig

00:41:20: reine Kursalproben

00:41:22: also lesen und auswendig

00:41:24: lernen

00:41:25: disponiert

00:41:26: haben dann aber am Schluss auch immer wieder.

00:41:28: ich glaube wir kommen locker auf hundert rein musikalische Proben

00:41:32: Und

00:41:32: eine Probe dauert zwei Stunden und fünfzehn Minuten, was bei hundert Chorproben insgesamt zweihundertfünfundzwanzig Probestunden ergibt.

00:41:43: Was wiederum neun ganzen Tagen plus neun Stunden entspricht?

00:41:49: Wir haben jetzt nur von den Gemeinsamkeiten gesprochen!

00:41:51: Vielleicht noch eine Frage zu den Unterschieden, Lisa Westermann – was ist das Besondere am Freiburger

00:41:56: Chor?!

00:42:00: Ich finde, wir haben schon eine gute Gemeinschaft entwickelt auf der Bühne.

00:42:04: Ich habe auch das Gefühl es gibt Interaktionen miteinander.

00:42:08: Wir zum Beispiel Altistinnen stehen alle zusammen und ja also ich

00:42:14: tatsächlich

00:42:14: würde ich mir

00:42:15: durchaus gerne wünschen mehr Kooperation.

00:42:18: Gleiche Frage nach Freiburg, Carys was können die in Basel besonders gut?

00:42:52: Und wie ist es mit der Kantine?

00:42:55: Ist diejenige in Basel vielleicht nicht doch ein... Bisschen besser?

00:42:59: Much better.

00:43:02: Moses und Aaron, Opa von Arnold Schönberg wird ko- produziert zwischen zwei Theatern aus zwei Ländern inszeniert von zwei Regisseuren Und die Premiere in Basel ist am dritten Oktober Die im Theater Freiburg dann am dreizienten März.

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